preiswerte Flyer und Faltblätter

Arbeitsgruppen in den Bundesländern

Arbeitsgruppe Baden-Württemberg

Vorsitzende

Dipl.-Ing. Claudia Kallning
Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Geschäftsbereich Vermessung und Flurneuordnung
in Waiblingen

Dipl.-Betriebsw. Susanne Hilland (Arbeitsgruppe Baden-Württemberg)

Stellvertretende

Dipl.-Betriebsw. Susanne Hilland
Hochschule Heilbronn
Master Fakultät International Business
in Heilbronn

Arbeitsgruppe Bayern

Dipl.-Ing. Dr. Harald Volz (Arbeitsgruppe Bayern)

Vorsitzender

Dipl.-Ing. agr. Dr. Harald Volz
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz
in Freising

Dipl.-Ing. Joachim Omert (Geschäftsführer DLKG und stellv. Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bayern)

Stellvertreter

Dipl.-Ing. Joachim Omert
Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken
Sachgebiet Landwirtschaft
in Würzburg

Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen

Vorsitzender

Dipl.-Verm.-Ing. Andreas Peter
Bezirksregierung Arnsberg
Dezernat 33 - Ländliche Entwicklung, Bodenordnung
in Arnsberg

Stellvertreter

Dipl.-Ing. Dr. Andreas Blaufuß-Weih
Ginster Landschaft + Umwelt
Landschaftsarchitekt AK NRW
in Meckenheim

Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland

Vorsitzender

Dipl.-Ing. geod. Thomas Mitschang
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Abt. Landentwicklung und Bodenordnung
in Bad Kreuznach

Dr.-Ing. Andrea Soboth (Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland), © Richard Stephan Fotografie

Stellvertreterin Hessen

Dr.-Ing. Andrea Soboth
IfR Institut für Regionalmanagement GbR
in Gießen

Stellvertreterin Rheinland-Pfalz

Anne-Ruth Windscheif
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel
Landentwicklung und Ländliche Bodenordnung (210)
in Bitburg

Stellvertreter Saarland

Otmar Weber
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland
Agentur ländlicher Raum
in Saarbrücken

Arbeitsgruppe Sachsen

Dipl.-Ing. Anja Portsch (Arbeitsgruppe Sachsen) Kommisarische Leiterin

Vorsitzende

Dipl.-Ing. Anja Portsch
Landratsamt Meißen Kreisvermessungsamt
in Großenhain

Stellvertreter

Volker Wilhelms
Verband für Ländliche Neuordnung Sachsen
in Nossen

Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Dipl.-Ing. Kerstin Ebke (Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein)

Vorsitzende

Diplom-Agraring. Kerstin Ebke
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Fachbereich Umwelt
in Rendsburg

Dipl.-Ing. Sönke Hauschild (Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein)

Stellvertreter

Dipl.-Agraring. Sönke Hauschild
Bauernverband Schleswig-Holstein
in Rendsburg

Dipl.-Ing. geod. Peter König (Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein)

Stellvertreter

Dipl.-Ing. geod. Peter König
Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
des Landes Schleswig-Holstein
in Flintbek

Arbeitsgruppe Thüringen

Vorsitzender

Dipl.-Ing. agr. Maik Schwabe
Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL)
in Jena

Stellvertreter

Dipl.-lng. agr. Ulf Schrön
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft
in Erfurt

Berichte aus den Arbeitsgruppen

Neue Arbeitsgruppe in Sachsen

Bericht von 2017
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Thiemann
Vorsitzender der DLKG

In Sachsen gibt es eine neue DLKG-Arbeitsgruppe. Maßgeblicher Ausgangspunkt war die überaus erfolgreiche Bundestagung 2014 in Zwickau. Auf der Bundestagung 2015 fiel der offizielle Startschusss.

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Die Arbeitsgruppe wird zurzeit noch kommissarisch vertreten durch Frau Dipl.-Ing. Anja Portsch als Vorsitzende und Herrn Dipl.-Ing. Volker Wilhelms als ihr Stellvertreter. Frau Portsch ist Amtsleiterin des Kreisvermessungsamts beim Landratsamt des Landkreises Meißen in Großenhein und Herr Wilhelms ist Verbandsvorsitzender des Verbandes für Ländliche Neuordnung Sachsen in Nossen. In diesen Funktionen sind beide eng mit der Landeskultur und der Entwicklung der ländlichen Räume verbunden. Die DLKG freut sich über die neue Gründung der AG Sachsen und eine fruchtbringende Zusammenarbeit. Frau Portsch vertritt die neue Arbeitsgruppe auch als Mitglied im DLKG-Bundesvorstand.

 

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Feste-Fehmarn-Beltquerung (Quelle: www.pixabay.com) Feste-Fehmarn-Beltquerung

Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein vertritt die Interessen und Belange der Landeskultur bei der Feste-Fehmarn-Beltquerung (FBQ)

Bericht von 2015
Ministerialrat a. D. Rudolf Meisterjahn,
Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Im Jahre 2008 schlossen die Bundesrepublik Deutschland und das Königreich Dänemark einen Staatsvertrag über den Bau einer festen Verbindung (FBQ) zwischen Lolland und der deutschen Insel Fehmarn ab.

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Das Projekt soll die Verkehrsinfrastruktur insbesondere zwischen den Ballungsräumen von Kopenhagen und Hamburg verbessern.

Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert, um die skandinavischen Länder künftig direkter mit Zentraleuropa zu verbinden. Vom Königreich Dänemark erfolgen der Ausbau der dänischen Hinterlandanbindung (Straße und Schiene) sowie die FBQ in Form eines Tunnelbauwerks (für Eisenbahn und Straße) unter dem Fehmarnsund. Auf der deutschen Seite wird die Hinterlandanbindung durch den Weiterbau der A1 und durch den Bahnausbau geplant. Während die A1 in Ostholstein bereits weitgehend fertig gestellt ist, muss der Schienenausbau noch erfolgen. Da die vorhandene einspurige Strecke noch teilweise aus der Kaiserzeit stammt und völlig unzureichend für eine moderne, europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke ist, wurde für den geplanten Ausbau der Hinterlandanbindung ein Raumordnungsverfahren (ROV) in den letzten Jahren durchgeführt.

Beim ROV hatte die DLKG-SH in den Jahren 2013 bis 2014 eingehend mitgewirkt und Stellung bezogen. Auch für das laufende Planfeststellungsverfahren für den Brückenkopf des Tunnelbauwerks auf der Insel Fehmarn hatte die DLKG-Landesgruppe Stellung genommen und besonders auf die Belange der Landeskultur hingewiesen.

Zur Zeit erfolgt auf der Basis der Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens die technische Vorplanung für die Schienenstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden. Auf der Strecke von insgesamt 88 km ist ein zweispuriger Bahnausbau mit Elektrifizierung für eine Geschwindigkeit von 160 km/h vorgesehen. Dazu müssen 18 Bahnübergänge neu gestaltet werden. Einschnitte in den Landschaftsraum bringen die geplanten 40 Eisenbahnbrücken, 36 neue Straßenbrücken und fünf neue Betriebsbahnhöfe (rd. 2 km lang, 4- bis 6-spurig). Sie werden erforderlich, um außerhalb von Ortschaften Stauraum und Überholstrecken für die langen Güterzüge zu schaffen. Besondere landeskulturelle Probleme sieht die DLKG-SH bei der geplanten Neubaustrecke. Auf rd. 55 km ist eine völlig neue Trassierung der Bahn vorgesehen.

Die Neutrasse liegt oft in Nähe und parallel zur Autobahn. Sie hat aber besonders intensiven Landverbrauch zur Folge. Da in Ostholstein die ertragreichsten und ertragsichersten Ackerflächen des Landes liegen, sieht die DLKG-SH bereits jetzt den erkennbaren enormen Landverbrauch mit großer Sorge.

Die Deutsche Bahn will in den Jahren 2015 bis 2017 die Bau- und Planfeststellungsunterlagen erstellen. Der Unterzeichner geht davon aus, dass die DLKG-SH im Rahmen der Anhörungsverfahren weiterhin als Mahner für den ländlichen Raum auftreten und die landeskulturellen Belange vertreten wird. Nach Abschluss der Planfeststellung soll der Baubeginn für die Bahnstrecke im Jahre 2019 sein. Bereits im kommenden Jahr wird mit dem dänischen Baubeginn und Start des Tunnelbauwerks gerechnet.


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Technikumbau in der Landentwicklung in Deutschland –
Bericht zur Fachtagung der Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland

Bericht von 2014
Thomas Mitschang,
Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland

Eine DLKG-Tagung zum Thema Technikumbau? Die Ankündigung der Regionalveranstaltung löste hier und da Verwunderung aus. Eine restlos gefüllte Aula der Fachhochschule in Mainz zeigte jedoch, dass die regionale Arbeitsgruppe der DLKG mit der Tagung ins Schwarze getroffen hatte.

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Entwicklungsprozesse im ländlichen Raum, insbesondere Landentwicklung und ländliche Bodenordnung sind ohne technische Entwicklungen unvorstellbar. Da die technische Bearbeitung von Flurbereinigungsverfahren durch die Einführung von LEFIS in mehreren Bundesländern vor einem großen Umbruch steht, war es an der Zeit, die technischen Entwicklungen der letzten 30 Jahre im Bereich Datenverarbeitung, Vermessung und Photogrammetrie Revue passieren zu lassen. Mit Blick in die Zukunft stellte sich die Frage, welche technischen Herausforderungen auf den Landentwickler von morgen zukommen.

Nach Begrüßung und Einführung in die Tagung durch den Vorsitzenden der DLKG-Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz/ Hessen/ Saarland, Herrn Thomas Mitschang, folgte ein Grußwort der Leiterin der Abteilung Landwirtschaft, Weinbau und Wirtschaftsrecht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD), Frau Birgit Falk. Die Referentin unterstrich die Bedeutung der Technik für die Landentwicklungsverwaltung in Rheinland-Pfalz. Angesichts des bevorstehenden und notwendigen Technikumbruchs in der Verwaltung müsse der damit verbundene personelle Kraftakt gemeinsam gestemmt werden.

Herr Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne eröffnete anschließend die Fachvorträge mit seinem Beitrag zum Thema: „Landentwicklung in Deutschland – vielseitiges geodätisches Wirken für die ländlichen Räume“. Ausgehend von der „Dachmarke Geodäsie“ als konsistenter berufspolitischer Orientierungsrahmen für die geodätische Fachgemeinschaft und Wissenschaft thematisierte er die Akzeptanz und die Wahrnehmung der Geodäsie. Die Zukunftsfähigkeit und die Attraktivität der Geodäsie für den Nachwuchs, so Prof. Thöne, werde nach deren Beiträgen zur Lösung gesellschaftlicher Zukunftsfragen bemessen. Am Beispiel der Landentwicklung zeigte er zentrale Wirkungsfelder der Geodäten in den Bereichen Infrastrukturmodernisierung, Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeitsprinzip, Flächenhaushaltspolitik und demographischer Wandel auf. Als Antwort auf die Frage, wie Landentwicklung effizient zu organisieren sei, ging Herr Prof. Dr. Thöne detailliert auf den Begriff „Good Governance“ ein und unterstrich die Bedeutung des institutionellen Aufbaus und des Instrumententools der Landentwicklung.

Herr Prof. Dr. Joachim Thomas referierte anschließend über das Thema: „Bedeutung von Technik und Automation für die Landentwicklung in Deutschland – Entwicklungslinien“. Er stellte dar, dass die fast 100jährige Entwicklungsgeschichte von Technik und Automation in der deutschen Landentwicklung wesentlich davon geprägt wurde, die politischen Zielvorgaben der Kosten- und Zeitersparnis mit höchster Effizienz zu erfüllen. Als Entwicklungslinien stellte Herr Prof. Thomas die Veränderungen von Technik und Automation bei den technisch-planerischen Arbeitsvorgängen sowie in den Verwaltungsverfahren der Landentwicklung vor. Er hob die Bedeutung von Technik und Automation im Hinblick auf Öffentlichkeit und damit auf Transparenz hervor und betonte die wichtige Rolle der ArgeLandentwicklung für den dargestellten Entwicklungsprozess.

Daran anknüpfend trug Herr Andreas Wizesarsky als Leiter des Arbeitskreises III – Technik und Automation der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft nachhaltige Landentwicklung zum Thema „Technik und Automation für die Landentwicklung in Deutschland – Stand und Visionen“ vor. Auf Grundlage des gemeinsamen Erfahrungsaustausches der Länder im AKIII teilte er die aktuellen Herausforderungen in drei Bereiche ein. Die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und der Bürgerbeteiligung im Sinne eines Open Government bildete den ersten Bereich. Neben der Präsentation im Internet durch digitale Broschüren und webbasierte Geoinformationssysteme wurde vor allem das gemeinsame Portal angesprochen, in dem bundesweit die laufenden Flurbereinigungsverfahren im gemeinsamen wms-Profil dargestellt werden sollen. Weiterhin wurden die Folgen und Herausforderungen angesprochen, die durch das E-Government-Gesetz (EGovG) des Bundes hervorgerufen werden. Als zweiter Bereich sprach Herr Wizesarsky die Unterstützung der Organisationsentwicklung an. Hier wurden als wesentliche Schwerpunkte die Benutzerbetreuung in komplexen Organisationsstrukturen, die Unterstützung bei der Umorganisation von Verwaltungen und die Sicherstellung eines nachhaltigen Wissenstransfers identifiziert. Als dritter Bereich wurde die Modernisierung der fachlichen Informationstechnologie aufgeführt und mit Beispielen wie LEFIS, medienbrucharme Datenerfassung durch Tablet-PCs, Einsatz mobiler Laserscanner und der Einsatz von Drohnen in der Photogrammetrie veranschaulicht.

Der Vortrag von Herrn Wizesarsky endete mit der Feststellung, dass die Verwaltungen für ländliche Entwicklung technisch am Puls der Zeit sind und es demzufolge nicht erforderlich ist, dass einzelne Verwaltungen eigene technische Lösungen entwickeln. Die DLKG-Regionaltagung war gleichzeitig dem 30-jährigen Wirken von Herrn Harald Durben gewidmet. Als langjähriger Leiter des AKIII der ArgeLandentwicklung hat Herr Durben viele technische Verfahren geprägt und voran gebracht, die heute in den einzelnen Landentwicklungsverwaltungen erfolgreich eingesetzt werden,. Viele der Referenten würdigten diese Leistung in ihren Vorträgen. Zum Abschluss der Veranstaltung trug der Flurbereinigungschor der Landentwicklungsverwaltung Rheinland-Pfalz ein Abschiedslied vor. Zuvor referierte Herr Durben aber selbst noch zum Thema: „Photogrammetrie in der Landentwicklung – Grundlage effizienter Landentwicklungsprozesse“. Er wertete neben der Datenverarbeitung den Einsatz der Photogrammetrie als bedeutende Technik zur Effizienzsteigerung bei der Bearbeitung von Bodenordnungsverfahren. Er spannte den Bogen von den Meilensteinen der Entwicklung bis hin zu neuen Methoden wie Punktfestlegung durch Digitalisierung und hoch aufgelöste genaue digitale Orthophotos. Es sei der Vielfach- oder Mehrfachnutzen, der die Photogrammetrie so wirtschaftlich mache. Anhand von aktuellen Beispielen der praktischen Anwendung der Photogrammetrie in Flurbereinigungsverfahren in Rheinland-Pfalz verdeutlichte Herr Durben die beeindruckenden Genauigkeiten der photogrammetrischen Produkte. Mit einem visionären Ausblick in die Anwendung von 3D-Visualisierungen und den Einsatz von Multicoptern, Drohnen und anderen Kleinfluggeräten beendete Herr Durben seinen Vortrag.

Der Nachmittag des ersten Tagungstages stand ganz im Zeichen von LEFIS, dem Landentwicklungfachinformationssystem. Herr Jörg Fehres eröffnete diesen Vortragsblock als Leiter der Expertengruppe LEFIS mit dem Thema: „LEFIS – ein Beitrag für eine zukunftsorientierte Landentwicklung“. Zuerst berichtete er über die Entstehung und die Ziele von LEFIS als Projekt der ArgeLandentwicklung. Er führte aus, dass mit LEFIS die Vermeidung von Redundanzen durch getrennte Sach- und Grafikdaten erreicht und dass LEFIS mit einem objektorientierten Datenmodell auf Grundlage internationaler Standards und Normen fußen soll. Weiterhin sollen mit LEFIS die Probleme des Datenaustausches mit ALKIS gelöst werden. Herr Fehres führte in die Struktur von LEFIS ein und verdeutlichte die Beziehungen zum AFIS-ALKIS-ATKIS (AAA-) Modell. Er zeigte die Bestandteile von LEFIS auf und veranschaulichte, wie der Austausch mit den Systemen ALKIS oder EGB angedacht ist. Insbesondere ging er auf die bewältigten und die noch bevorstehenden Aufgaben der Expertengruppe ein. Tobias Wienand, der Projektmanager in der Startphase der Implementierungsgemeinschaft LEFIS, referierte im Anschluss zum Thema „Implementierung des neuen Fachdatenmodells LEFIS – Synergieeffekte durch das Zusammenwirken in einer Gemeinschaft“. Sehr anschaulich verdeutlichte Herr Wienand den Weg zur Implementierungsgemeinschaft und erklärte deren Aufgaben und Gremien. Die gemeinsame Ausschreibung und der Auftrag zur Realisierung des Programmsystems wurden als erfolgreich gemeisterte Mammutaufgabe dargestellt. Der derzeitige Stand der Implementierung wurde aufgezeigt. Im Mittelpunkt des Vortrages von Herrn Wienand standen die Synergieeffekte, die aufgrund einer gemeinsamen Implementierung von LEFIS erreicht werden können.

Darauf folgend trug Herr Markus Müller, Bereichsleiter Public Sector bei AED-SICAD, zur Umsetzung des Datenmodells LEFIS mit Hilfe von AED-SICAD vor. Aus Sicht der implementierenden Firma berichtete er über die Ziele, die Chancen, aber auch über die Herausforderungen, die mit der Realisierung von LEFIS einhergehen. Er gab dem Auditorium einen Einblick in die Projektorganisation und das Applikationsmodell. Er berichtete vom Stand der Umsetzung und gab mitreißend Einblicke in die bereits realisierten Anwendungen. Der Themenblock wurde durch Herrn Thomas Mitschang abgeschlossen, der als Vertreter der Technischen Zentralstelle beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H) den vielen interessierten Mitarbeitern der Flurbereinigungsverwaltung Rheinland-Pfalz in seinem Vortrag das geplante Einführungs und Schulungskonzept für LEFIS in Rheinland-Pfalz darlegte.

Der zweite Veranstaltungstag wurde mit einem Grußwort des Vorsitzenden der Vereinigung der Bediensteten der Landentwicklung in Rheinland-Pfalz (VLR), Herrn Michael Ehleringer, eröffnet. Die VLR richtete gemeinsam mit der DLKG diese Regionaltagung aus. Die Fachvorträge wurden eröffnet von Herrn Hans-Gerd Stoffel vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz, der das Thema „ALKIS – eine zukunftsorientierte Lösung für die Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz“ vortrug. Ausgehend von Megatrends, wie demographische Veränderungen, Globalisierung, Haushalt, Erwartungen der Bürger und der Wirtschaft sowie E-Government stellte er die Ziele und Lösungsansätze des Mega-Projektes ALKIS vor. Insbesondere veranschaulichte er in diesem Zusammenhang die notwendige Standardisierung aller Geobasisdaten, die Bereitstellung von Geodateninfrastruktur und Geoinformationssystemen, die Vorteile durch die integrierte Führung von Geometrie und Sachdaten sowie den ALKIS-Workflow. Herr Hermann-Josef Heinz, ebenfalls vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz referierte zum Thema „ALKIS – Erfahrungen bei der Einführung in der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz“. Nach Erläuterung der Ausgangssituation und der Rahmenbedingungen (Verwendung von Geobasisinformationen, Dokumentation zur Modellierung der Geoinformationen GeoInfo-Dok) zeigte er anhand von Einzelaspekten die gewonnenen Erfahrungen bei der Einführung von ALKIS auf. Unter anderem spielten hierbei Themen wie Koordinierung des Projektes, Einführung, Schulung, Migration, Öffentlichkeitsarbeit und Zertifizierungsmaßnahmen die wesentlichen Rollen.

Herr Dr.-Ing. Jörg Kurpjuhn, Abteilungsleiter beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (LVermGeo) veranschaulichte in seinem Vortrag den Weg, wie die Zusammenarbeit und der Datenaustausch zwischen Vermessungs- und Katasterverwaltung und der Flurbereinigungsverwaltung in Rheinland-Pfalz von statten gehen und wie die Prozesse weiter vereinfacht werden könnten. Die Bündelung von Fachwissen in beiden Verwaltungen durch die Fachgruppe amtsübergreifende Dienstleistungen (LDL), in der die Abteilung Raumbezug, Liegenschaftskataster, Bodenmanagement beim LVermGeo und die Technischen Zentralstelle beim DLR R-N-H zusammen arbeiten, wurde als Erfolgsmodell für die Kommunikations- und Datenaustauschprozesse beider Verwaltungen dargestellt. Herr Andreas Dresen vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz eröffnete anschließend einen konzentrierten Blick auf die vermessungstechnische Zusammenarbeit von Flurbereinigung und Liegenschaftskataster in Rheinland-Pfalz. Ausgehend von Problemen und den zugehörigen Lösungsansätzen der Vergangenheit stellte er die aktuellen Regelungen zur Zusammenarbeit vor. Dabei ging er insbesondere auf die Besonderheiten bei der Bestimmung und Abgrenzung des Flurbereinigungsverfahrensgebietes und die dort möglichen vereinfachten Prozesse ein. Danach fokussierte er die Kostenregelungen zwischen beiden Verwaltungen.

Herr Dresen schloss mit dem Appell an beide Verwaltungen, bei allen anstehenden technischen Neuerungen, stets die gemeinsamen Ziele im Auge zu behalten.

Die Vortragsreihe wurde geschlossen von Herrn Hartmut Alker, der als Vorsitzender der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung zum Thema „Aus Erfahrungen lernen – Technische Ideen für die Zukunft gemeinsam über alle Ländergrenzen hinweg entwickeln“ referierte und damit eine Klammer um alle Tagungsthemen schloss. Die Schlussworte übernahm an beiden Tagen Herr Prof. Axel Lorig, der federführend für die Ausgestaltung der gelungenen Tagung verantwortlich war.


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Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein hat ein neues Mitglied

Bericht von 2014
Ministerialrat a. D. Rudolf Meisterjahn,
Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Die Vereinigung Angehöriger der Land-, Wasserwirtschafts- und Umweltverwaltung Schleswig-Holstein e V (VAL) ist der DLKG beigetreten. In der VAL sind rd. 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung aus den o.a. Bereichen organisiert. Ihre Aufgabenbereiche spiegeln die unterschiedlichsten Handlungsfelder in den ländlichen Räumen wider und sind somit deckungsgleich mit den Belangen und Interessen der Landeskultur.

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DLKG-Mitglied Schumacher wird von der Internationalen Umweltorganisation WWF als Ostseelandwirt 2014 ausgezeichnet. Der Ostseepreis 2014 ist ein Umweltwettbewerb des WWF für alle Landwirte aus den Ostsee-Anrainer-Staaten, der beispielhaft aufzeigen soll, wie eine naturverträgliche Landwirtschaft betrieben werden kann. Im Juni 2014 fällte die Jury des WWF die Entscheidung und zeichnete als den deutschen Sieger den Betrieb Schumacher aus, der den Mut hatte, als konventioneller Betrieb in den Wettbewerb zu gehen. «Der Betrieb der Familie Schumacher zeigt, dass auch konventionelle Landwirtschaft einen wertvollen Beitrag für eine gesunde Ostsee leisten kann», heißt es in der Jury-Begründung. Der Hof liegt nahe Bad Malente, inmitten der Holsteinischen Seenplatte. Die Bäche der Region entwässern alle in die rund 20 Kilometer entfernte Ostsee, daher sei es besonders wichtig, Überdüngung zu vermeiden, da diese die sauerstofffreien «Todeszonen» in der Ostsee verursachen, teilte der WWF mit.

DLKG ist wichtiger „Mahner“ im Raumordnungsverfahren (ROV) zur festen Fehmarn-Belt-Querung. Seit dem 6.5.2014 liegt der Beschluss der Landesregierung Schleswig-Holstein zum Abschluss des ROV Verfahrens vor. Auf rd. 440 Seiten Text wird das umfassende Prüfungsverfahren zur Raumverträglichkeit dokumentiert. Hierbei hatte die DLKG besonders auf die Belange der Landeskultur im Bauabschnitt zwischen Lübeck und Fehmarn hingewiesen. An vielen Stellen des Abschlussberichtes wird auf die Stellungnahme der DLKG hingewiesen.

DLKG beteiligt sich 2014 am Planungsverfahren zur festen Fehmarn-Belt-Querung (Tunnelbauwerk auf Fehmarn zur FBQ). Im Frühjahr des Jahres 2013 hatte die Arbeitsgruppe der DLKG-Landesgruppe sich intensiv in dem Planungsprozess für den Ausbau der Hinterlandanbindung eingebracht. Die Hinterlandanbindung erfordert nach dem geplanten Bau einer festen Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland (Tunnel nördlich von Fehmarn) einen Ausbau der Straße (A1) und der Eisenbahn. Da die vorhandene Bahnstrecke nördlich von Lübeck nur einspurig und ohne Elektrifizierung besteht, wir ein weitgehender Neubau zu einer zweispurigen Hochgeschwindigkeitsstrecke mit 160 km/h erforderlich. Das Raumordnungsverfahren wurde im Mai 2014 mit einem Vorschlag auf weitgehende Neutrassierung abgeschlossen. Zur Zeit läuft das Planfeststellungsverfahren für den Bau des Tunnelbauwerks an der Nordküste der Insel Fehmarn. Bis zum 3.6.2013 hatten die Träger öffentlicher Belange, die Wirtschafts- und Sozialpartner (Verbände und Vereine) und die Bevölkerung Gelegenheit zur Stellungnahme. Auch in diesem Verfahren hat die DLKG auf die Belange der Landeskultur hingewiesen.


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Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein nimmt Stellung im
Raumordnungsverfahren zum Projekt der Fehmarn-Belt-Hinterlandanbindung (FBH)

Bericht von 2013
Ministerialrat a. D. Rudolf Meisterjahn,
Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Die geplante feste Beltquerung zwischen Deutschland und Dänemark nördlich der Insel Fehmarn wird von Dänemark geplant und finanziert. Im Rahmen des europäischen Verkehrsinfrastrukturprojekts TEN leistet die EU finanzielle Unterstützung.

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Das Vorhaben erfordert auf deutscher Seite eine Anpassung des Straßen- und Schienennetzes. Nachdem sich im Jahre 2012 Dänemark für ein Tunnelbauwerk anstelle einer Brücke entschieden hatte, laufen auf deutscher Seite nun intensive Planungsprozesse. Deutschland hatte sich bereits per Staatsvertrag für die Schaffung einer leistungsfähigen Hinterlandanbindung mit Straße und Eisenbahn verpflichtet.

Während das Autobahnnetz bereits weitgehend vorhanden ist, bereitet der Ausbau des Schienennetzes erhebliche Probleme. So ist die vorhandene Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden nur einspurig und nicht elektrifiziert. Sie verläuft auf Teilstrecken durch die Urlaubsgebiete an der Ostsee, hat mitunter enge Kurvenradien und quert in der Regel höhengleich das ländliche Straßen- und Wegenetz. Da mit einer erheblichen Zunahme und Intensivierung des zukünftigen Verkehrs gerechnet wird sowie Personen und Güter in Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den Metropolen Kopenhagen und Hamburg verkehren sollen, wird von der Deutschen Bahn (DB) der Aus oder Neubau des Schienennetzes vorgesehen. Die geplante Maßnahme in Ostholstein liegt in einem Raum mit den leistungs- und ertragsfähigsten Agrarflächen Deutschlands.

Das Land Schleswig Holstein hatte im Mai 2010 bereits die Festlegung getroffen, ein Raumordnungsverfahren (ROW) einzuleiten. Ziel des Verfahrens ist eine Vorklärung der mit dem Projekt verbundenen räumlichen Eingriffe. Kommunen, Behörden und Fachverbände sowie die Öffentlichkeit werden hierbei beteiligt. Im Verfahren wird das Vorhaben unter ökonomischen und ökologischen, kulturellen und sozialen Aspekten bewertet und die Raumverträglichkeit geprüft. Bis Ende 2012 wurden die umfangreichen Unterlagen mit vielen unterschiedlichen Trassenvarianten für das Raumordnungsverfahren erarbeitet. Im Januar 2013 leitete die Landesplanungsbehörde bei der Staatskanzlei das Raumordnungsverfahren ein. Es war keine leichte Aufgabe für die DLKG-Landesgruppe Schleswig-Holstein, die komplexen Informationen aus den zahlreichen Gutachten, Erläuterungsberichten, Tabellen und Karten zu sichten und zu bewerten. Ende März 2013 wurde fristgerecht eine umfangreiche und detaillierte Stellungnahme der Staatskanzlei zugeleitet.

Zusammenfassend kommt die DLKG-SH zu folgenden Feststellungen:

  • Alle Ausbau- und Linienvarianten führen zu erheblichen Belastungen für den ländlichen Raum zwischen Fehmarn und Lübeck.
  • Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Konzentration der FBH mit weiteren großen Bauprojekten (A1-Ausbau, neue Energietrassen zur Umsetzung der Energiewende, kommunale und touristische Projekte, Küstenschutz, etc.) werden erhebliche Flächenbedarfe mit negativen Auswirkungen auf den Bodenmarkt befürchtet.
  • Alle Flächenbedarfe und die erkennbaren Auswirkungen auf das ländliche Wege- und Gewässernetz können zu langfristigen Belastungen für die Agrarstruktur führen.
  • Aufgrund der Auswirkungen auf die ökologische, landwirtschaftliche und touristische Situation ist eine nachhaltige Beeinträchtigung des Naturhaushaltes (u. a. Vogelfluglinie) und eine Schwächung der Vitalität des heute attraktiven Agrar- und Küstenkreises Ostholstein zu befürchten.

Die DLKG-SH leitet aus ihren Erkenntnissen und Feststellungen zusammenfassend folgende Positionen ab:

  • Sollte die FBH als raumverträgliches Projekt entschieden werden, wünscht die DLKG als „Anwalt für den ländlichen Raum“ auch in den künftigen Planfeststellungsverfahren informiert, beteiligt und angehört zu werden.
  • Sollte die FBH als raumverträgliches Projekt entschieden werden, wird der Ausbau der Bestandstrasse mit einigen Streckenteiloptimierungen befürwortet.
  • Agrarstrukturelle Untersuchungen für die künftigen Planfeststellungsunterlagen werden notwendig.
  • Eine umfangreiche Prüfung und Anpassung des ländlichen Wegenetzes wird erforderlich. Dabei sollten im Hinblick auf die projektierte Zugverkehrsdichte (bis 6 bis 10 Züge pro Stunde) und die Sicherheitsanforderungen bei einer Hochgeschwindigkeitstrasse alle höhengleichen Verkehrsknoten vermieden werden.
  • Erhalt der ökologischen Netzstrukturen!
  • Eine Minimierung des Flächenbedarfs ist zwingend erforderlich!
  • Alle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für unvermeidbare Eingriffe in den Naturhaushalt müssen agrarstrukturverträglich entwickelt und möglichst mit vorgesehenen Maßnahmen zur Wasserrahmen-Richtlinie kombiniert werden.
  • Anstelle von neuen Ausgleichsflächen sollten vorhandene Biotope und Gebiete ökologisch verbessert und aufgewertet werden.
  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollten zur Reduzierung des trassennahen Flächenbedarfs trassenfern realisiert werden.
  • Frühzeitiger Grunderwerb, um Enteignungen durch Flächentausch und Bereitstellung von Ersatzland für betroffene landwirtschaftliche Betriebe zu vermeiden!
  • Einsatz der Instrumente der ländlichen Entwicklung (Flurbereinigung, Wegebauförderung, Dorfentwicklung), um die erheblichen Belastungen für die landwirtschaftlichen Betriebe, die Kommunen und die Region zu mindern.

Im Sommer/Herbst 2013 wird mit der Entscheidung über das ROV gerechnet. Bei positivem Ausgang für die DB (wird erwartet), sollen anschließend die Planfeststellungsverfahren für die einzelnen Bauabschnitte gestartet werden. Die Landesgruppe SH will das Projekt weiter begleiten.


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Tagung zum ländlichen Wegebau: "Bund und Länder gefordert", Berlin 2013 (Quelle: DVB)

Tagung zum ländlichen Wegebau: "Bund und Länder gefordert", Berlin 2013

Wegebau: Bund und Länder gefordert

Tagung zum ländlichen Wegebau in Berlin, 2013

Ländliche Wege haben besonders zur Erschließung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen eine hohe Bedeutung. Jedoch genügen viele ländliche Wege nicht mehr den heutigen Ansprüchen oder sind in einem desolaten Zustand.

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Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein besucht das Projekt "Blühendes Steinburg" (Quelle: DLKG)

Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein besucht das Projekt „Blühendes Steinburg“ (von links: Holger Gerth, Peter Lüschow und Kerstin Ebke)

Erfolgsorientierter Naturschutz auf landwirtschaftlicher Nutzfläche: Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein besucht das Projekt „Blühendes Steinburg“

Bericht von 2012
Kerstin Ebke, Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Die DLKG Schleswig Holstein führte ihre diesjährige Mitgliederversammlung im Kreis Steinburg durch, um das dortige Projekt „Blühendes Steinburg“ näher in Augenschein nehmen zu können.

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Stiftung Naturschutz und Kreisbauernverband belohnen in dem Projekt Landwirte finanziell, die auf ihren landwirtschaftlich genutzten Wiesen die Artenvielfalt erhalten.

Nach dem Tagungsteil führte Peter Lüschow, Vizepräsident des Bauernverbandes und Kreisvorsitzender des Bauernverbandes Steinburg, in das Modellprojekt ein und begleitete die nachfolgende Exkursion.

Anders als im Vertragsnaturschutz werden keine Bewirtschaftungsauflagen gemacht. Die Prämie ist nicht festgelegt, sondern wird in einem Bieterverfahren angebotsorientiert ermittelt. Dabei werden zwei Stufen, Nachweis von vier oder sechs Kennarten, unterschieden. Wenn diese Zielarten mittels eines standardisierten Verfahrens nachgewiesen werden können, erfolgt die Auszahlung des Erfolgshonorars.

Über die Dauer von mehreren Jahren haben sich laut Lüschow im Schnitt 20 Landwirte mit insgesamt 120 bis 150 Hektar beteiligt, das Projekt zur Förderung von artenreichem Grünland ist damit ein Erfolg.

Es zeige sich, dass die erfolgsorientierte Honorierung anstelle von Bewirtschaftungsauflagen ein interessantes Instrument zur Förderung der Biodiversität darstelle. Aufgrund des Erfolgs appelliert der Bauernverband nun gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz an die Politik, diese Art der Förderung auf Landesebene zu installieren und mit EU-Mitteln zu finanzieren.

Der Landesnaturschutzbeauftragte und ehemalige DLKG-Landesvorsitzende Dr. Holger Gerth bewertete das Projekt als sinnvoll, eine landesweite Umsetzung, parallel zu den etablierten Programmen des Vertragsnaturschutzes, sei zu unterstützen.


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Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung
unserer Kulturlandschaft

Bericht von 2012
Thomas Mitschang,
Arbeitsgruppe Reinland-Pfalz, Hessen und Saarland

Regionalveranstaltung der DLKG in Eckfeld am 19. Oktober 2012.
Nach dem Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit ist eine nachhaltige Entwicklung unserer ländlichen Räume nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreichbar.

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Es stellt sich die Frage, ob eine ökologische Bewirtschaftung unserer Kulturlandschaft unter gleichrangiger Beachtung der ökologischen, der ökonomischen und der sozialen Leistungsfähigkeit des ländlichen Raumes möglich ist.

Für die Deutsche Landeskulturgesellschaft sind nachhaltiger Erhalt und Entwicklung der Kulturlandschaft ein Kernthema für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Deshalb wollen wir auf der Regionalveranstaltung in Eckfeld mit Ihnen diskutieren, wie Bodenordnung, Naturschutz, Ernährung und Biodiversität miteinander verzahnt werden können, um die natürlichen Kreisläufe zu sichern. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland soll die aktuelle fachliche Diskussion angereichert werden und Impulse für neue Wege im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung gegeben werden.

 

Vorträge / Präsentationen

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Adolf Dahlem
Vorsitzender der TG Gundersheim-Höllenbrand
Kulturlandschaftsprojekt Gundersheim-Höllenbrand
Zur Präsentation
 
Dr. Herbert von Francken-Welz
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel
Alternativen für den landwirtschaftlichen Biomasseanbau zur Energienutzung
Zur Präsentation
 
Dirk Hadstein
Hessisches Landesamt
für Bodenmanagement und Geoinformation
Beispiele für Maßnahmen zur nachhaltigen Kulturlandschaftsentwicklung in der hessischen Flurneuordnung
Zur Präsentation
 
Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne, Universität des Saarlandes
Wie konstruiert der Mensch Landschaft?
Zur Präsentation
 
Thomas Mitschang
Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland
Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Kulturlandschaft
Zur Präsentation
 
Gerd Ostermann, NABU Rheinland-Pfalz
Praxisbeispiele und Visionen zur nachhaltigen Entwicklung unserer Kulturlandschaft durch Bodenordnungsmaßnahmen
Zur Präsentation
 
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Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung intakter Kulturlandschaften für den ländlichen Raum (AG Rheinland-Pfalz)

Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken betonte in ihrem Vortrag die Bedeutung intakter Kulturlandschaften für den ländlichen Raum

Entwicklung und Gestaltung von Kulturlandschaften

Daun am 18. Oktober 2012
Veranstaltung des Forums Ländlicher Raum
Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz

Der Erhalt und die Entwicklung unserer Kulturlandschaft ist ein zentrales Thema für den ländlichen Raum. Vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MULEWF) wurde deshalb in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel, der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) und der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der LEADER-Region Vulkaneifel die Tagung „Entwicklung und Gestaltung von Kulturlandschaften“ organisiert. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus Rheinland-Pfalz wurden Impulse für neue Wege im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung gegeben sowie Lösungsmöglichkeiten zu wichtigen Zukunftsfragen vorgestellt.

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„Unsere von Weinbergen, Weiden und Wäldern geprägten Landschaften sind einzigartig. Sie stiften regionale Identität, sind Grundlage für den Tourismus, die Arbeitsplätze im ländlichen Raum sowie für eine nachhaltige Regional- und Wirtschaftsentwicklung und sind Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten“, so die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken am 18. Oktober 2012 bei einer Veranstaltung des Forums Ländlicher Raum in Daun.

Mehr als zwei Drittel der Menschen in Rheinland-Pfalz leben auf dem Land. Es sei ein wichtiges Anliegen der Landesregierung, die ländlichen Räume zukunftsfähig zu gestalten. Mit spezifischen Programmen, insbesondere dem ländlichen Entwicklungsprogramm PAUL (Entwicklungs-Programm Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung), wolle die Landesregierung dem Ländlichen Raum und der Land- und Forstwirtschaft helfen, so Höfken.

Offenhaltung der Kulturlandschaft
mit besonderem geologischen Erbe

In der LEADER-Region Vulkaneifel wird das lokale integrierte ländliche Entwicklungskonzept mit vielen Ideen und viel Engagement umgesetzt, vor allem in den Themenbereichen demografische Entwicklung, regionale Wertschöpfungsketten, Energieeffizienz, Tourismus und Naturschutz. Am Beispiel des LEADER-Pilotprojektes „WEGE“ (= Wandel Erfolgreich Gestalten) der Verbandsgemeinde Daun wurde in der Veranstaltung dargelegt, wie der Einsatz in einem ganzheitlichen, ländlichen Strukturentwicklungsprozess unter besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels erfolgen kann. Anne-Ruth Windscheif, DLR Eifel, präsentierte das Entwicklungskonzept „Dauner Maarlandschaft“, das vom Landkreis Vulkaneifel in Zusammenarbeit mit dem DLR Eifel, der LAG Vulkaneifel und den Akteuren vor Ort erarbeitet wurde. Hier sollen im Rahmen des Leader-Prozesses in den Flurbereinigungsverfahren Schalkenmehren und Udler auf rund 100 ha die geologischen Besonderheiten dieser Kulturlandschaft herausgestellt, optimale Bedingungen für eine schonende, umweltgerechte landwirtschaftliche Nutzung geschaffen und gleichzeitig eine Erschließung für den Tourismus entwickelt werden. Bei der Tagung wurde ebenfalls der 2010 in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufene „Partnerbetrieb Naturschutz“ vorgestellt. Das Projekt bietet ein gesamtbetriebliches Beratungsmodell, in dessen Rahmen Landwirte und Beratung im Dialog betriebsindividuelle Konzepte entwickeln und so die Leitidee „Naturschutz durch Nutzung“ praxisnah umsetzen.

Die Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz unterliegen einem nach wie vor hohen Umwandlungsdruck. U. a. Flächeninanspruchnahme, Zerschneidung durch linienhafte Infrastrukturen sowie das Brachfallen landwirtschaftlicher Flächen wirken sich nachteilig auf bestehende Landschaftsbilder aus. Die Kulturlandschaften beginnen ihre charakteristischen Strukturen zu verlieren. Dort wo heute schon keine Landbewirtschaftung mehr stattfindet, müssen zum Teil kostenintensive landschaftspflegerische Maßnahmen erfolgen, um dieser Entwicklung entgegen zu treten. Hierbei spielen die Naturschutzverbände und engagierte Privatinitiativen eine bedeutsame Rolle. Als Beispiel wurde die Stiftung Schalkenmehrener Maar(e) vorgestellt, die in den letzten Jahren umfangreiche Freistellungsmaßnahmen an den Maarhängen des Schalkenmehrener Doppelmaares zur Aufwertung des Landschaftsbildes und Arten- und Biotopschutzes durchgeführt hat.

Offenhaltung der Kulturlandschaft –
Beitrag der ländlichen Bodenordnung

Die ländliche Bodenordnung ist ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Flurverfassung entsprechend den heutigen Anforderungen an eine leistungsfähige Agrarstruktur sowie zur Erschließung der für die Betriebe dringend erforderlichen Rationalisierungsreserven. In diesem Bereich sind derzeit landesweit 420 Verfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz mit rund 160.000 ha Fläche in Bearbeitung. Zugleich unterstützt die ländliche Bodenordnung die ländliche Entwicklung durch ein umfassendes Flächenmanagement, das für den Ausbau der ländlichen Infrastruktur, die Wasserwirtschaft, den Naturschutz und die Landespflege maßgeschneiderte Lösungen ermöglicht.

Einen weiteren Lösungsansatz stellt die Einrichtung eines Ökopools im Rahmen der ländlichen Bodenordnung dar. Bei Planungen größerer Vorhaben, wie Straßenplanungen ist die Festlegung von Flächen für die nach Maßgabe des Bundesnaturschutzgesetzes gebotene Kompensation der Eingriffe in Natur und Landschaft problematisch. Während eine Festlegung nur aus ökologischen Gründen häufig planungsrechtlich angreifbar ist, reduziert eine Festlegung nur auf verfügbaren Flächen meist den ökologischen Erfolg. In Rheinland-Pfalz können Kompensationsmaßnahmen, die z. B. beim Bau von Straßenanlagen umgesetzt werden müssen, durch die ländliche Bodenordnung vermittelt, flächenmäßig ausgewiesen und deren landschafts- und naturverträgliche Bewirtschaftung organisiert werden. Auf diese Weise kann die ökonomische Wirtschaftlichkeit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche bei der Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen gut erhalten werden. Insbesondere größere Ökopoollösungen lassen sich dabei sehr gut in einen bestehenden kulturlandschaftlichen Kontext einpassen, wie dies am Beispiel der Bodenordnung Neroth im Schwerpunktbereich Ernstberg aufgezeigt worden ist. Am Beispiel Daun-Waldkönigen wurde gezeigt, wie das Gesamtziel „Erhaltung der Kulturlandschaft“ durch integrierte Bodenordnung unter maßgeblicher Beteiligung der Straßenbauverwaltung langfristig erreicht werden konnte. Ein überregional bedeutsames Gebiet mit besonderer Funktion für Naturschutz und Erholung wurde entwickelt. Durch das ehrenamtliche Engagement der NABU-Ortgruppe Daun werden zudem die rund 350 neu gepflanzten Obstbaumhochstämme gepflegt. Hierdurch wird wesentlich zum Erhalt des mittlerweile bedrohten Lebensraums Streuobstwiese beigetragen.

Um die Streuobstwiesen als charakteristischen Landschaftsbestandteil der Eifel und darüber hinaus ökologisch wertvollen Lebensraum auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten, ist es notwendig, das Kulturgut Streuobstwiese wieder in unserem Bewusstsein zu verankern. Die Nutzung der Obstwiesen muss sich wieder lohnen! Bei der Forums-Veranstaltung wurde das von der LEADER-Region Vulkaneifel 2011 ins Leben gerufene Regionalforum Streuobstwiesen vorgestellt. Das entstandene Netzwerk „Streuobstwiesen – Ein Stück Eifelkultur“ wird eifelweit mit Unterstützung der beiden LAGen Vulkaneifel und Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem DLR Eifel weiter ausgebaut.

Eine Besonderheit der Kulturlandschaft in der Westeifel stellen die Westwall-Relikte dar. Das DLR Eifel hat in mehreren Flurbereinigungsverfahren in den Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm pilothaft ein Konzept zum dauerhaften Erhalt und zur Entwicklung der Westwall-Anlagen mit den Akteuren vor Ort erstellt und umgesetzt. Dabei wurden sowohl naturschutzfachliche als auch denkmalpflegerische und touristische Zielsetzungen berücksichtigt und zu einem integrierten Nutzungskonzept zusammengefasst. Dieses Konzept ist auf alle kulturhistorisch bedeutsame Anlagen im gesamten Land übertragbar.

 

Vorträge / Präsentationen

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Alfred Bauer, Manager der LAG Vulkaneifel
Leader-Region Vulkaneifel fördert die Kulturlandschaft
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Ernst Görgen
Geschäftsführer des Naturparks Hohes Venn-Eifel,
Sektion Rheinland-Pfalz
Projekt "Erinnerungsraum Eifel Ardennen"
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Edgar Henkes
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel
Offenhaltungsstrategien durch Bodenordnung am Beispiel des Bodenordnungsverfahrens Neroth
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Dietmar Johnen, MdL
Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft
Großkampenberg
Einrichtung eines Beweidungssystems entlang des Westwalls unter landwirtschaftlichen Gesichtspunkten
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Werner Klöckner
Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun
Was hat der WEGE-Prozess in der Verbandsgemeinde Daun mit der Kulturlandschaft der Vulkaneifel zu tun?
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Brigitte Leicht
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Partnerbetriebe Naturschutz
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Gerd Ostermann
Biotopbetreuer des Landkreises Vulkaneifel
Biomassenutzung und Naturschutz – erste Ergebnisse aus der Region
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Michael Plein
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel
Projekt „Erinnerungsraum Eifel Ardennen"
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Helmut Schneider
Landesbetrieb Mobilität Koblenz
Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen für die BAB 1 in Daun-Waldkönigen
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Carola Weicker
Landesbetrieb Mobilität Gerolstein
Einrichtung und weitere Entwicklung eines Ökopools in Neroth für den Landesbetrieb Mobilität Gerolstein sowie dessen praktischer Nutzung für die Straßenverwaltung
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Anne-Ruth Windscheif
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel
LEADER-Projekt "Dauner Maarlandschaft"
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Herbsttagung: Betriebszweig Natur- und Umweltschutz in der Landwirtschaft – Was bringt die Agrarreform nach 2013? (Quelle: DLKG)

Herbsttagung "Was bringt die Agrarreform nach 2013?" der Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein fand große Resonanz

Betriebszweig Natur- und Umweltschutz in der
Landwirtschaft – Was bringt die Agrarreform nach 2013?

Bericht von 2011
Ministerialrat a. D. Rudolf Meisterjahn,
Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein

Welchen zukünftigen politischen Entwicklungen steht die Landwirtschaft gegenüber? Wie kann sie in Zukunft noch besser mit Natur- und Umweltschutz in Einklang gebracht werden?

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Das Thema Betriebszweig Natur- und Umweltschutz in der Landwirtschaft – Was bringt die Agrarreform nach 2013? der Herbsttagung der Landesgruppe Schleswig-Holstein der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) fand große Resonanz und führte am 7. Oktober 2011 in der Aula der Fachhochschule Kiel, FB Agrarwirtschaft, in Osterrönfeld zahlreiche Teilnehmer/innen aus der Landwirtschaft, aus Politik und Verwaltung zusammen.

Kerstin Ebke als DLKG-Landesvorsitzende und Prof. Dr. Braatz als Hausherr der FH hoben bei der Begrüßung hervor, dass sich viele Fragen gerade zu diesem Thema für die künftige Förderung und für die landwirtschaftliche Praxis ergeben. Politik spielt hierbei stets eine Schlüsselrolle. So war es nicht verwunderlich, dass bereits der erste Vortrag von der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Britta Reimers aus dem Kreis Steinburg, auf großes Interesse stieß. Die künftige Agrarreform ist noch nicht abschließend bestimmt – hob sie gleich zu Anfang hervor. Ein erster Entwurf der EU-Kommission soll am 12.10.2011 vorgestellt werden. Gewisse Trends für die künftige EU-Agrarpolitik lassen sich bereits an Signalen bisheriger Arbeitspapiere, die oftmals als sog. „non papers“ bei den Gremien der EU bekannt und diskutiert werden, erkennen, so Britta Reimers. Kernthema sei hier: Es gibt nicht mehr Geld! - Die EU will Ziele und Finanzen konzentrieren.

Dabei werden Ziele wie intelligentes und ressourcenangepasstes Wachstum sowie Entwicklung einer Gesellschaft mit sozialem und ökonomischem Zusammenhalt verfolgt. Als Konsequenz zeichnen sich u. a. folgende politischen Förderprioritäten ab:

  • Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe (alle Arten von Landwirtschaft)
  • Wissenstransfers von der Forschung in die Praxis
  • Erhalt und Verbesserung der Ökosysteme in der Landwirtschaft
  • Lebensmittelproduktion und Verbraucherschutz
  • Arbeitsplatzsicherung in den ländlichen Räumen
  • Kohlenstoffarmes Wirtschaften im ländlichen Raum

Den Aussichten auf einen baldigen Kompromiss um die künftige Agrarförderung erteilte Britta Reimers einen Dämpfer. Erschwerend kommt hinzu, dass der Druck auf den Agrarhaushalt (bisher rund 39% des gesamten EU-Haushalts) aufgrund neuer Aufgaben und Politikfelder der EU steige.

„Effektiver Naturschutz geht nur mit Landwirten/innen“, so die Kernthese des folgenden Vortrags aus Rheinland-Pfalz. Im Fokus steht daher die Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe, auf die man im Landwirtschaftsministerium in Mainz im Programm PAULa (Programm Agrar, Umwelt, Landwirtschaft) mit dem Konzept des Partnerbetriebs-Naturschutz setzt, wie Inge Unkel aus dem dortigen Ministerium und Brigitte Leicht vom Dienstleistungszentrum (DLZ) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Agrarverwaltung) berichteten.

Bisher sei ein Modellversuch mit 18 Betrieben aus allen Landesteilen erfolgreich gestartet. 2010 sind weitere 60 Betriebe dazugekommen mit durchschnittlich 64 ha (im Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt dort bei 25 ha). Ziel sei dabei, auf freiwilliger Basis betriebsspezifische Naturschutzziele zu entwickeln und zu vereinbaren. Das Produkt „Naturschutz“ soll dem Landwirt auch einen wirtschaftlichen Nutzen und Erfolg bringen. Die bisherigen Praxiserfahrungen zeigten, dass die flexible Beratung mit betriebsspezifischen Naturschutzzielen ein Schlüssel zum Erfolg sind.

Wichtige Positionen für Schleswig-Holstein zeichneten sich in der großen Podiumsdiskussion ab: Torsten Elscher vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume argumentierte u.a. für einen ergebnisorientierten Naturschutz mit Betrieben, der insbesondere die europarechtlichen Verpflichtungen unterstütze wie u. a. Natura 2000, WRRL oder Biodiversität.

Ein Plädoyer für Naturschutz auf freiwilliger Basis erhob Klaus-Peter Lucht. Dies sei erfolgversprechender und zeige sich im erfolgreichen Programm des Bauernverbandes mit der Stiftung Naturschutz „Blühendes Steinburg“. Hier wird die Artenvielfalt auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen belohnt. Das Ergebnis für die Arten zählt! Die Förderung durch die EU mit erster und zweiter Säule müsse bleiben.

Jochen Thun von der Landgesellschaft berichtete vom derzeitigen Stand der Verträge im Vertragsnaturschutz in Schleswig-Holstein. Auch Uwe Dierking von der Koordinierungsstelle Natura 2000 führte aus, dass freiwilliger Naturschutz in der Landwirtschaft ein Erfolgsmodell sei, das mit finanziell attraktiven Anreizen verbunden und flexibel in der Programmgestaltung sein müsse. Den Artenschutz thematisierte ebenfalls Dr. Holger Gerth mit seinem Appell für artenreiche Wiesen.

Der Konsens war greifbar. Naturschutz in der Landwirtschaft ist freiwillig ein Erfolgsmodell, muss mit finanziell attraktiven Anreizen verbunden sein und flexible Programme anbieten.
Der Vorschlag des Landwirts Gerd Schumacher aus Malente bildete fast das Schlusswort der Tagung. Er schlug vor, insbesondere die Gewässerrandstreifen zu fördern. Hier sei ein multifunktionaler Mehrfachnutzen schnell und nachhaltig möglich. Von Gewässerrandstreifen profitieren das Land zum Vollzug der EU-WRRL, der Natur- und insbesondere der Artenschutz, der Landwirt aus der extensiven Nutzung und als nutzbares Vorgewände in Ackerlagen und die WaBoVerbände bei erleichterter Gewässerunterhaltung. Ein Vorschlag, der Zustimmung fand – so der Moderator der Tagung, Sönke Hauschild (stellvertretender Landesvorsitzender der DLKG), der eine erfolgreiche Tagung beenden konnte.


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Flächenmanagement zum sparsamen Umgang mit
landwirtschaftlicher Nutzfläche – eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe Thüringen anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens

Bericht von 2011
Maik Schwabe, Arbeitsgruppe Thüringen

Die Veranstaltung in Löbichau am 15. Juni wurde gemeinsam von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera sowie der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) organisiert.

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Gewidmet war die Veranstaltung dem zwanzigjährigen Bestehen der Landesarbeitsgruppe Thüringen der DLKG. Sie wurde am 26. September 1991 durch den damaligen Fachbereichsleiter der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Thüringen, Herrn Prof. Dr. Dieter Roth, in Jena gegründet. Im Mai 2001 übernahmen Maik Schwabe (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft) und Ulf Schrön (Geschäftsführer der Thüringer Landgesellschaft mbH) den Vorsitz der Arbeitsgruppe mit etwa vierzehn ständigen Mitgliedern.

Zu den Aktivitäten der Arbeitsgruppe gehören die Ausrichtung von ein bis drei Regionalveranstaltungen im Jahr gemeinsam mit örtlichen Partnern sowie die Beteiligung an den DLKG-Bundestagungen, die 1992 in Jena und 2004 in Weimar stattfanden. Die DLKG bietet somit ein Forum für unterschiedliche Interessenträger im ländlichen Raum – ein Ansatz, der insbesondere zur Bewältigung von Nutzungskonflikten beitragen kann.

Der Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke befindet sich nach wie vor auf zu hohem Niveau. Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden im Jahr 2009 täglich 2,7 Hektar Fläche in Thüringen dafür in Anspruch genommen. Peter Ritschel, Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, forderte deshalb in seinem Vortrag den Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen. Der anhaltend hohe Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke im Freistaat sowie die dafür erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen betreffen vorwiegend wertvolle landwirtschaftlich genutzte Böden. Daher muss es vorrangiges Ziel sein, den Flächenverbrauch schnellstmöglich zu minimieren. Als aussichtsreiche Handlungsfelder des „Flächensparens“ nannte Ritschel unter anderem den Vorrang der Innenentwicklung, die Lenkung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die Flächenrekultivierung sowie die Förderung von Problembewusstsein. Gleichwohl stehen Landwirte in der Verantwortung Böden vor Erosion und Schadverdichtungen zu schützten. Ein in Vorbereitung befindliches Standpunktpapier der TLL soll auf die Problematik aufmerksam machen.

Ein wichtiges Instrument des Flächenmanagements zur Minimierung des Verbrauchs landwirtschaftlicher Nutzfläche sind Flurneuordnungsverfahren. Beispiele der erfolgreichen Durchführung stellten drei Vertreter aus dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera vor. Der stellvertretende Amtsleiter Gerit Cöster demonstrierte am Pilotverfahren „Rauda“, wie bei der Planung von Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung und des Hochwasserschutzes ein Ausgleich zwischen den Belangen von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz erreicht und die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen finanziert werden können. Am Beispiel der Renaturierung des Oschützbaches im Flurbereinigungsverfahren Köckritz/Köfeln verwies Gruppenleiter Ralf Prüger insbesondere auf den Nutzen der Lenkung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Gruppenleiter Markus Dölle stellte anschließend am Beispiel der Wismut-Sanierung vor, wie insbesondere Erwerb, Erschließung und Folgenutzung der Flächen gemeinsam mit Eigentümern und Nutzern durchgeführt werden kann.

Eine der beiden Exkursionsrouten am Nachmittag führte über rekultivierte Flächen des ehemaligen Bergbaubetriebes „Drosen“. Am erhalten gebliebenen Förderturm von Schacht 403 schilderten Zeitzeugen ihre Erfahrungen über die Veränderung der Landschaft und der Landnutzung vor, während und nach dem Uranerzbergbau.

Die zweite Exkursion führte zur begehbaren Landkarte nach Ronneburg. Hier erhielten die Teilnehmer einen Eindruck von der Ausdehnung des ehemaligen Uranerzbergbaus in Ostthüringen, der Sanierung und den damit verbundenen Landschaftsänderungen.


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„Leitlinien Landentwicklung“ neu gefasst

ARGELandentwicklung, 2011

Die "Leitlinien Landentwicklung – Zukunft im ländlichen Raum gemeinsam gestalten" richten sich an Politik, die interessierte Öffentlichkeit, Verwaltungen und Institutionen, die für die nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen in Stadt und Land Verantwortung tragen.

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Wertschöpfung durch Waldflurbereinigung
und ländliche Infrastrukturen

Internationale Tagung
zum Internationalen Jahr der Wälder in Mainz, 2011

Waldflurbereinigungen ermöglichen für die forstliche Landnutzung vielfältige ökologische und wirtschaftliche sowie strukturelle und nicht-monetäre Leistungen, deren Wertschöpfung oft allgemein als bekannt vorausgesetzt wird.

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Diese Leistungen bedürfen immer eines interdisziplinär abgestimmten Handelns. Mit der internationalen Tagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG), des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung (ArgeLandentwicklung), getragen durch die Vorbereitung und Organisation der Landentwicklungs- und Landesforstverwaltungen des Landes Rheinland-Pfalz, gelingt der besondere Blick auf die Bewältigung der fachwissenschaftlichen wie planerischen Herausforderungen der Waldflurbereinigung und infrastrukturellen Entwicklung der ländlichen Räume. Welche Wertschöpfung bringt die Waldflurbereinigung in Europa? Gibt es hierfür neue Ansätze? Wie gehen die einzelnen europäischen Länder vor? Welcher Strategien bedürfen die Infrastrukturausstattung und der Waldwegebau? Welche Erwartungen werden aus dieser Sicht an Forschung, Entwicklung und zivilgesellschaftliches Handeln gerichtet? Die Vorträge der Tagung decken dazu ein weites Feld von Beiträgen aus Wissenschaft und Planung über beispielhafte Projekte aus ausgewählten europäischen Ländern bis hin zu politischen Initiativen in Deutschland ab.

 

Vorträge / Präsentationen

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Mats Backmann
Lantmäteriet, National land survey Sweden
Rural development by Forest Land Consolidation in Sweden
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Alain Besch
Office national du Remembrement O.N.R.
Waldflurneuordnung in Luxemburg – Strategien zur Verbesserung der Struktur und Infrastruktur
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Dr. Harald Egidi
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz
Waldumbau: Forstliche Maßnahmen für die Zukunft – Beiträge für Klimaschutz und Naturschutz
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Dr. Wolfgang Haslehner, Fachhochschule Mainz
Vergleichende Untersuchung zum ländlichen Straßenwesen Deutschland, Schweiz und Österreich
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Hans R. Heinimann, ETH Zürich
Gestaltung und Umgestaltung ländlicher Erschließungsnetze – Möglichkeiten der mathematischen Optimierung
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Dipl.-Geogr. Silvia Arabella Hinz
Universität der Bundeswehr München
Der neue Ansatz: Ganzheitliches Wertschöpfungsmodell der Waldflurbereinigung
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Gunnar Bjerke Osen, Øvre Telemark jordskifterett
Waldflurbereinigung in Norwegen – heute und morgen
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Winand Schmitz, Landesforsten Rheinland-Pfalz
Zukunftsweisende Modelle der Waldflurbereinigung in Rheinland-Pfalz
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Heribert Sperlich
Geschäftsführer Verband der
Teilnehmergemeinschaften Rheinland-Pfalz
Bautechnische Ausführung ländlicher Infrastrukturen und Erschließungsnetze
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Mikko Uimonen & Kalle Konttinen
Maanmittauslaitos, National Land Survey of Finland
Assessing the need for forest land consolidation in Finland
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Dr. Bernd Wippel
Selbständigkeit forstlicher Zusammenschlüsse – Waldnutzungsansätze in der Zukunft
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Photovoltaik-Anlagen auf
landwirtschaftlichen Nutzflächen

Bericht von 2010
Hans-Jürgen Unger, Arbeitsgruppe Bayern

Gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Führungsakademie (FüAk), der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der Arbeitsgruppe Bayern am 14. Juli 2010 in Niederalteich

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Aufgrund der großen Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf landwirtschaftlichen Nutzflächen entsteht für die Behörden Handlungsbedarf bezüglich Genehmigungen, laufendem Betrieb der Anlagen und Umgang nach Ablauf der 20 Jahre Betriebszeit.  Für diesen in der Öffentlichkeit oft sehr emotional geführten Umgang mit PV-Anlagen brauchen die Träger öffentlicher Belange solide Kenntnisse und konkrete Vorstellungen, um die Interessen der Behörden sachlich zu vertreten.

Ziel der Veranstaltung war es, den Behörden wertvolle Argumentationshilfen für Stellungnahmen zu liefern. Die Teilnehmer erhielten dazu einen Überblick über regenerative Energien und einen Einblick in die Funktionsweise sowie Technik und Rentabilität von PV-Anlagen. Belange von Landwirtschaft und Naturschutz wurden erläutert und diskutiert. Die Veranstaltung richtete sich in erster Linie an Mitarbeiter der Landwirtschafts- und Naturschutzverwaltungen. Circa 60 Teilnehmer nahmen das Angebot wahr. Am Vormittag wurden vier Vorträge gehalten, am Nachmittag zwei PV-Anlagen besichtigt.

Prof. Dr. Josef Hofmann, FH Landshut, stellte fossile und regenerative Energieträger im Vergleich vor und stellte die jeweiligen Vor- und Nachteile heraus. Sein Fazit – ein Umstieg auf regenerative Energien ist aus folgenden Gründen erforderlich:

  • Klimaschutz und Reduzierung des CO2-Ausstoßes,
  • Energiekonkurrenz mit Schwellenländern (China, Indien),
  • Verknappung und Preissteigerung fossiler Energieträger,
  • Energieversorgungssicherheit ist in Deutschland gefährdet.

Folglich sollte die Nutzung aller regenerativen Energieträger ausgebaut werden. Gleichzeitig müssten Anstrengungen unternommen werden, den Energieverbrauch zu senken sowie die Effizienz in der Energienutzung zu erhöhen.

Robert Wagner von C.A.R.M.E.N, Straubing überschrieb sein Referat mit „Regenerative Energieträger – Konkurrenten um Ressourcen“. Das Problem bestehe darin, dass alle Arten der regenerativen Energiegewinnung fast ausschließlich auf landwirtschaftlicher Nutzfläche stattfinden und damit u. a. auf die Akzeptanz der Landnutzer und Anlieger angewiesen sind. Die Flächeneffizienz von PV-Anlagen ist gegenüber Biogas und Btl um ca. 20mal höher. Nachteil sei, dass diese Energie nur bei Sonnenschein bzw. am Tag zur Verfügung stehe.
Sein Resümee: Am besten scheint ein Energiemix aus PV-Anlagen, aus Biogas, Windenergie und Festbrennstoffen.

Frau Heidemarie Niedermeier-Stürzer, LfU Augsburg, beleuchtete die PV-Freiflächenanlagen aus Sicht der Naturschutzverwaltung. Rund 40 % der bundesweiten PV-Leistung sind in Bayern installiert. Dies führte mitunter zu großen Eingriffen in Natur und Landschaft. Diese Probleme müssen im Rahmen einer aktiven Standortplanung bzw. bei der Aufstellung von Flächennutzungs- bzw. Landschaftsplänen frühzeitig gelöst werden. Details müssen dann bei der Erarbeitung des Bebauungsplans, der in jedem Fall nötig ist, geklärt werden.

Zur Erleichterung der Standortsuche wurden folgende Kriterien aufgestellt:

  • ausschließende Kriterien,
  • einschränkende Kriterien,
  • Eignungskriterien.

Diskutiert wird nahezu überall der Kompensationsbedarf für den Eingriff. Er liegt in der Regel bei 0,2. Durch weitere Maßnahmen wie z. B. die Verwendung von standortgemäßem, autochthonem Saat- und Pflanzgut kann er bis auf 0,1 gesenkt werden.

Dr. Harald Volz, LfL Freising, beschäftigte sich mit den PV-Anlagen aus landwirtschaftlicher Sicht. Solche Anlagen sind nicht nur eine Flächenkonkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung und wirken sich zumindest örtlich auf die Pachtpreise aus, sondern sie führen auch zu Konflikten mit den Nachbarn wenn z. B. die Anlagen mit Hecken eingegrünt sind. So gelten beim Pflanzenschutzmitteleinsatz mitunter Bewirtschaftungsauflagen bis zur Einhaltung von Abstandsstreifen. Herr Dr. Volz stellte Möglichkeiten der Mehrfachnutzung der Freiflächen z. B. Geflügelhaltung, Beweidung mit Schafen, Rindern oder Pferden vor sowie den Anbau von Sonderkulturen. Als letztes ging er auf das agrarökologische Aufwertungspotenzial dieser Flächen ein. Neben dem Einsatz von autochthonem Saat- und Pflanzgut war der Hinweis, dass solche Flächen auch als Ausgleichs- und Ersatzflächen auf Zeit (20 Jahre) genutzt werden könnten; ein interessanter Aspekt.

Am Nachmittag wurden zwei PV-Anlagen besichtigt.

Eine der größten in Bayern mit ca. 120 ha wurde auf landwirtschaftlich hochwertigen Böden im Straubinger Gäu von einem (ehemaligen) Landwirt errichtet. Nach seinen Aussagen wurde das in der Regel schwierige Einvernehmen mit den Behörden und vor allem mit den Anliegern ohne Probleme hergestellt.

Die andere, deutlich kleinere Anlage wurde am Stadtrand von Plattling gebaut. Sie dient auch als Puffer zwischen der vorhandenen Wohnbebauung und einem neuen Gewerbegebiet. Der Betreiber, ebenfalls ein ehemaliger Landwirt, nutzt die Freiflächen als Schafweide.

Obwohl die Förderung von PV-Anlagen seit 1. Juli 2010 eingestellt ist, waren die Teilnehmer an den Vortragsinhalten sehr interessiert. Bereits in wenigen Jahren könnte die Solarnutzung wieder attraktiv sein.

Es ist damit zu rechnen, dass dann die Module so billig sind, dass sich die Installation und der Betrieb PV-Anlagen auf Ackerflächen auch ohne Förderung wieder lohnen werden.


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PD Dr. Hans Hochberg, Abteilungsleiter der Thüringer Landesanstalt stellte die Bestimmungsmerkmale der vorgefundenen Zielarten vor (Quelle: DLKG)

PD Dr. Hans Hochberg, Abteilungsleiter der Thüringer Landesanstalt stellte die Bestimmungsmerkmale der vorgefundenen Zielarten vor

KULAP-Rundfahrt 2009

Bericht von 2009
Maik Schwabe, Arbeitsgruppe Thüringen

Die traditionell, jährlich stattfindende KULAP-Rundfahrt bot auch in diesem Jahr Gelegenheit zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch rund um das Thüringer Agrarumweltprogramm KULAP.

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Etwa 80 Teilnehmer, darunter Mitarbeiter der Landwirtschafts- und Naturschutzverwaltung sowie Landwirte, folgten am 3. Juni 2009 der gemeinsamen Einladung von Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), Deutschem Grünlandverband e.V. (DGV) und Deutscher Landeskulturgesellschaft (DLKG) nach Jena.

Auf extensiven Schafweiden konnten die Wirkungen unterschiedlicher Beweidungsintensität auf den Pflanzenbestand in Augenschein genommen werden. Exemplarisch erfolgte die Einschätzung des Verbuschungsgrades auf abgesteckten Parzellen. Die Diskussion machte deutlich, dass es noch Informationsbedarf gibt, um Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege flächenkonkret und förderunschädlich umzusetzen.

Erstmals seit 2008 wird die zielorientierte Maßnahme "Artenreiches Grünland" im KULAP Thüringens angeboten. Auf mehreren Praxisflächen mit Mutterkuhhaltung wurde die Vorgehensweise demonstriert. Um die Förderung in Anspruch zu nehmen, müssen je Feldstück nach vorgegebenen Begehungsregeln mindestens vier Zielarten aus dem 30 Arten umfassenden Thüringer Zielartenkatalog mit jeweils mindestens drei Individuen nachgewiesen werden. Im Ergebnis der Begehung konnte festgestellt werden, dass die Methode sicher angewendet werden kann.


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Pflegeobjekt im Raum Kirchheilingen (Quelle: DLKG) Pflegeobjekt im Raum Kirchheilingen

Funktionsgerechte Pflege von Gehölzen im Agrarraum

Bericht von 2009
Maik Schwabe, Arbeitsgruppe Thüringen

Hecken, Schutzpflanzungen und Baumreihen sind typische Strukturelemente Thüringer Agrarlandschaften, deren vielfältige Funktionen gezielt genutzt werden sollten.

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Über 50 Teilnehmer, darunter Landwirte, Planer, Berater und Behördenvertreter, trafen sich am 20. Januar 2009 im "alten Speicher" in Kirchheilingen zu einer Fachveranstaltung. Sie wurde gemeinsam von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), der Agrargenossenschaft e.G. Kirchheilingen, dem Gewässerunterhaltungszweckverband "Seltenrain" und der Arbeitsgruppe Thüringen der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) organisiert.

Im Blickpunkt standen bestehende Anforderungen von Natur-, Boden- und Gewässerschutz, die fachgerechte Vorbereitung und Ausführung erforderlicher Pflegearbeiten, die energetische Verwertung des Schnittgutes sowie die Beteiligung an entsprechenden Fördermaßnahmen des Freistaates. In der anschließenden Feldrundfahrt wurde bei winterlichem Wetter die Umsetzung an einigen Pflegeobjekten diskutiert.

Da erforderliche Gehölzpflegemaßnahmen i.d.R. nicht zu den Routinearbeiten im Landwirtschaftsbetrieb gehören, oft nicht kostendeckend realisiert werden können und zusätzlichen Verwaltungsaufwand erfordern, sind auch künftig erfolgreiche Betriebslösungen gefragt.

Zur Homepage der
Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) Jena


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Planungen und Konzepte für den ländlichen Raum –
Ein Arbeitsfeld mit Zukunft

Tagung der DLKG vom 27. und 28. November 2008
mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla)
Würzburg

Dank der Initiative unseres DLKG Mitgliedes Frank Neumann/ IPU-Ingenieurbüro für Planung und Umwelt Erfurt konnte erstmals eine gemeinsame Tagung der DLKG mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) veranstaltet werden. Herr Frank Neumann und Herr Dr. Armin Werner moderierten die mit rd. 90 Teilnehmern besuchte Vortragsveranstaltung.

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Am Abend des ersten Tagungstages wurde die die Ehrenmitgliedschaft des bdla an Prof. em. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Haber verliehen. Frau Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz Bonn und ehemalige Studentin von Prof. Haber hielt eine sehr persönliche und eindrucksvolle Laudatio.

Am Anfang der Vortragsreihe, zweiter Tagungstag, stand das politische Handlungskonzept der Bundesregierung für den ländlichen Raum. Herr Wolfgang Reimer (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Bonn) erläuterte anhand dreier Thesen die Ausgangslage und die Zielvorstellungen der Bundesregierung. Aufgaben und Zusammensetzung einer interministeriellen Arbeitsgruppe „Ländliche Räume“ wurden vorgestellt.

Die nachfolgenden Beiträge von Herrn Volker Schmidt-Seiwert (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn) und Gerhard Mahnken (Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner) machten deutlich, dass neue Antworten notwendig sind, um ausgeglichene soziale, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Verhältnisse zukünftig zu sichern.

Herr Dr. Dirk Engelke (pakora.net/ Büro für räumliche Planung Karlsruhe) und Herr Prof. Dr. Fritz Auweck (Fachhochschule Weihenstephan) berichteten vor dem Hintergrund des demografischen Wandels über umsetzungsorientierte Flächenmanagementkonzepte auf regionaler Ebene, neue Raumpioniere und altengerecht gestaltete Dörfer.

Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber (TU München Weihenstephan), Christof Thoss (Dt. Verband für Landschaftspflege DVL Ansbach) und Landschaftsarchitekt Helmut Wartner (WARTNER & ZEITZLER Landshut/ Plattling) referierten über Energielandschaften – aktuelle Probleme und Lösungen im ländlichen Raum. Zur Diskussion gestellt wurden Strategien und Erfolgsmodelle zur Biomassenutzung sowie eine neue Qualität von Photovoltaik – Landschaften im Sinne von "landscape architecture".

Zur Homepage des
Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla)

 

Vorträge / Präsentationen

Download im PDF-Format:
 

Prof. Fritz Auweck
Fachhochschule Weihenstephan,
Fakultät Landschaftsarchitektur, Landschaftsarchitekt bdla, Weihenstephan
Dörfer für eine alternde Gesellschaft entwickeln und gestalten
Zur Präsentation

 

Dr. Dirk Engelke
pakora.net/Büro für räumliche Planung, Karlsruhe
Umsetzungsorientiertes Flächenmanagement auf regionaler Ebene
Zur Präsentation

 
Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber
TU München-Weihenstephan,
Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaues, München
Übertragbare Strategien zur naturverträglichen Biomassebereitstellung auf Landkreisebene
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Gerhard Mahnken
Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung IRS, Abteilung Wissensmilieus und Raumstrukturen, Erkner
Raumpioniere, Raumbilder und Raummarken – Konzeptansätze für die Entwicklung des ländlichen Raums?
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Volker Schmidt-Seiwert
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat Europäische Raum- und Stadtentwicklung, Bonn
Ländliche Räume in Europa – beobachten und analysieren
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Christof Thoss
Deutscher Verband für Landschaftspflege DVL, Ansbach
Erfolgsmodelle energetischer Nutzung von Biomasse aus der Landschaftspflege
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Helmut Wartner
Wartner & Zeitzler, Landschaftsarchitekten bdla, Landshut/Plattling
Solarfelder – Verschandelung oder Gewinn für die Kulturlandschaft?
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Strategiepapier für die Entwicklung der ländlichen Räume in Rheinland-Pfalz

Bericht von 2008
Axel Lorig, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz

Die Landentwicklung in Rheinland-Pfalz hat ein neues Strategiepapier für die Entwicklung der ländlichen Räume in Rheinland-Pfalz entworfen und nach einem Ministerratsbeschluss eingeführt.

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Grundlagen für das Strategiepapier waren vielfältige Herausforderungen für die ländlichen Räume. So stehen die ländlichen Räume z.B. wegen der zunehmenden Konzentrations- und Rationalisierungsprozesse der Wirtschaft, der weiteren Liberalisierung der Märkte, der Globalisierung, der demographischen Entwicklung und der begrenzten Ressourcen der öffentlichen Haushalte vor neuen Herausforderungen.

Dieses Strategiepapier baut vor allem auf den Förderprogrammen der Europäischen Union (ELER, EFRE, ESF) des Bundes und des Landes (Paul) auf. Die Handlungsansätze der europäischen Förderprogramme sind in diesem Strategiepapier zusammengefasst. Die besonderen Möglichkeiten dieser Programme sollen mit Hilfe des Strategiepapiers optimal aufeinander abgestimmt und zielgerichtet umgesetzt werden. Das Strategiepapier verfolgt vor allem das Ziel, die ländlichen Räume als eigenständige Lebensräume zu entwickeln, Arbeitsplätze durch Stärkung der Wirtschaftskraft zu schaffen, die örtlichen Versorgungsstrukturen zu sichern und zu verbessern und zur Chancengleichheit aller Bevölkerungsgruppen beizutragen.

Insgesamt greift das Strategiepapier 11 Handlungsbereiche heraus, die im ländlichen Raum weiter zu entwickeln sind. Für die Bereiche Land-, Forstwirtschaft und Weinbau geht es um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung.

Insgesamt will das Strategiepapier Wege aufzeigen, wie die ländlichen Räume erfolgreich weiterentwickelt werden können, die Bürgerinnen und Bürger dazu ermuntern, weiterhin ihre kreativen Ideen einzubringen und sich damit aktiv an der Gestaltung der Politik zu beteiligen.

Download im PDF-Format
Strategiepapier für die Entwicklung Ländlicher Räume [PDF]


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Wasserrahmenrichtlinie – was wurde bisher erreicht?

Jahrestagung am 18. September 2008
der Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen in Minden

Die Kleine Aue als Beispiel
Die Kleine Aue ist ein linker Nebenfluss der Großen Aue und gehört zum Flusssystem der Weser. Sie ist neben der Großen Aue das bedeutenste Flachlandgewässer im Altkreis Lübbecke und hat von der Quelle bis zur Mündung eine Länge von etwa 20 Kilometern.

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Bereits im letzten Jahrhundert wurde mit dem Ausbau des Gewässers begonnen. Nach den verheerenden Hochwässern in den 50er und 60er Jahren wurde der Ausbau des Gewässers im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren durchgeführt.
Bereits Mitte der 1990er Jahre wurden die ersten Initiativen zur Umgestaltung der Kleinen Aue ergriffen.

Grund war dabei die Absicht der Stadt Espelkamp, an der Kleinen Aue ein Regenrückhaltebecken zu bauen. Das veränderte Umweltbewusstsein zum einen und die Erfahrungen aus dem seit 1989 laufenden Pilotprojekt an der Großen Aue führte jedoch zu anderen Überlegungen. Anstatt einer punktuellen technischen Lösung sollte eine Verbesserung des gesamten Gewässers erreicht werden. Dafür war die Stadt bereit, die Trägerschaft für das im Sondereigentum stehende Gewässer zu übernehmen. Ziel der Bodenordnung war die Wiederherstellung eines naturnahen, ökologisch wertvollen Flachlandgewässers.

Dabei waren die nutzungsorientierten Ziele wie Hoch- und Trinkwasserschutz sowie die Standortverhältnisse für die Landwirtschaft mit zu berücksichtigen.

Folgende Ziele wurden erreicht:

  • Wiederherstellung eines weitgehend natürlichen Gewässerlaufes mit durchgängiger Gewässersohle,
  • Wiederherstellung einer typischen, vielgestaltigen Gewässerstruktur,
  • Verringerung der Grundwasserflurabstände,
  • Verbesserung der unnatürlichen Niederschlagsabflüsse durch Rückhaltung,
  • Verringerung des Unterhaltungsaufwandes durch starke Beschattung,
  • Verbesserung des Landschaftsbildes,
  • Entwicklung einer extensiv genutzten, durch Grünland geprägten Kulturlandschaft.

Zu diesem Zweck wurden die Ufergrundstücke durch Kauf und Tausch in das öffentliche Eigentum (Stadt Espelkamp) im Wege des Einvernehmens mit den betroffenen Eigentümern überführt. Darüber hinaus wurde die entsprechende Fachplanung als Voraussetzung für die Planfeststellung von der Flurbereinigungsbehörde im Zuge des vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens durchgeführt.

Heute ist die Kleine Aue ein ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet.


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Auf ehemaligem Ansaat-Grünland in Oberweißbach erläutert Dr. Hans Hochberg, Leiter der Abteilung Tierproduktion und Futterbau der TLL den Exkursionsteilnehmern die Versuchsanlage und die Pflanzenentwicklung (Quelle: DLKG)

Auf ehemaligem Ansaat-Grünland in Oberweißbach erläutert Dr. Hans Hochberg, Leiter der Abteilung Tierproduktion und Futterbau der TLL den Exkursionsteilnehmern die Versuchsanlage und die Pflanzenentwicklung

KULAP-Rundfahrt 2008

Bericht von 2008
Maik Schwabe, Arbeitsgruppe Thüringen

Langjährige Wirkungen von Extensivierungsmaßnahmen auf Grünlandparzellen sichtbar
In Wiederholung der zuletzt im Jahr 2005 durchgeführten Exkursion, fand am 18. Juni 2008 erneut eine Rundfahrt mit Besichtigung langjähriger Grünlandversuche statt, zu der die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), der Deutscher Grünlandverband e.V. (DGV) und die Deutsche Landeskultururgesellschaft (DLKG) gemeinsam eingeladen hatten.

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Etwa zwanzig Interessenten, vorwiegend aus Landwirtschafts- und Naturschutzverwaltung nahmen die Artenzusammensetzung der Grünlandparzellen an den Standorten Lichtenhain, Oberweißbach, Mordfleck und Wechmar in Augenschein. Dabei wurden insbesondere die langjährigen Auswirkungen verschiedener KULAP- Maßnahmen auf die Ausbildung der Pflanzenbestände deutlich.

Beispielsweise führt die Nutzungsauflassung, im Gegensatz zur regelmäßigen Mahd, langfristig auf allen Standorten zu Artenverlusten und einseitigen Artendominanzen. Am Beispiel der Berg- und Flachlandwiesen wurde gezeigt, dass es möglich ist durch standortangepasste, extensive Bewirtschaftung sowohl die jeweils typische Bestandsausprägung zu erhalten als auch wirtschaftlich verwertbare Erträge und Futterqualitäten zu gewinnen. Besonders bedeutsam ist dabei der Mahdtermin. Das neue KULAP 2007 bietet hierzu genügend Ausgestaltungsmöglichkeiten, die es zu nutzen gilt.

Außerdem bot die Exkursion Gelegenheit zur Bestimmung wichtiger Grünlandpflanzenarten, insbesondere in Hinblick auf die Anwendung der KULAP-Maßnahme L4 "Artenreiches Grünland".

Zur Homepage der
Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) Jena


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Am Beispiel einer artenreichen Goldhaferwiese diskutieren die Tagungsteilnehmer verschiedene Aspekte und Anforderungen der Pflege sowie der praktischen Umsetzung durch den Landwirtschaftsbetrieb Wolfram (Quelle: DLKG)

Am Beispiel einer artenreichen Goldhaferwiese diskutieren die Tagungsteilnehmer verschiedene Aspekte und Anforderungen der Pflege sowie der praktischen Umsetzung durch den Landwirtschaftsbetrieb Wolfram

Mehrländerprojekt erfolgreich abgeschlossen!

Bericht von 2008
Maik Schwabe, Arbeitsgruppe Thüringen

Am 28. Mai 2008 trafen sich in auf dem Riedelhof in Eubabrunn (Oberes Vogtland) Landschaftspfleger, Behördenvertreter und Landwirte aus Sachsen, Thüringen und Bayern zu einer gemeinsamen Fachveranstaltung unter dem Thema "Kosten der Landschaftspflege".

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Die gemeinsam von der Deutschen Landeskulturgesellschaft und den Landesanstalten für Landwirtschaft der Länder Thüringen, Sachsen und Bayern organisierte Veranstaltung diente zur Vorstellung der Arbeitsergebnisse eines Mehrländerprojektes der beteiligten Landesanstalten und ermöglichte zudem einen länderübergreifenden Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der praktischen Landschaftspflege.

Peter Ritschel, amtierender Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, stellte in seinem Grußwort fest, dass durch Zusammenarbeit der Landesanstalten eine durchgängige Bearbeitungslinie vom Pflegeobjekt über Arbeitsgangfolgen bis hin zur Vollkostenrechnung für einige wichtige Standardverfahren geschaffen werden konnte. Dennoch besteht ein erheblicher Arbeitsbedarf, um die Vielfalt der Verfahren und Einsatzbedingungen in der Landschaftspflege in Kostenmodellen abbilden zu können.

Wolfram Güthler, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege e.V., betonte in seinem Grußwort, dass von der Gesellschaft klare Aussagen darüber erwartet werden, wie viel Naturschutz kostet und verwies auf neue Herausforderungen mit der Umsetzung der EU Agrar- und Naturschutzpolitik.

Im Vortragsteil wurden die inhaltlichen Bestandteile des Mehrländerprojektes und ausgewählte Ergebnisse vorgestellt. Dazu gehören unter anderem das Beschreiben von Landschaftspflegeobjekten (Biotoptypen) mit konkreter Angabe von Pflegezielen, das Ermitteln leistungs- und kostenrelevanter Parameter für ausgewählte Verfahren der Schnittnutzung unterschiedlicher Wiesentypen in Sachsen sowie das Erarbeiten von Kalkulationsmodellen und deren Anwendung im landwirtschaftlichen Unternehmen. Nach Diskussion der Vorträge schloss sich am Nachmittag ein Exkursionsteil an. Neben der Vorstellung und Besichtigung von spezieller Landschaftspflegetechnik der sächsischen Landschaftspflegeverbände stand die Besichtigung von zwei unterschiedlichen Pflegeflächen auf dem Programm, wo die praktische Umsetzung der Landschaftspflegeanforderungen diskutiert wurde.

Die Inhalte der Vorträge enthält der Tagungsband "Kosten der Landschaftspflege"  anlässlich der Regionalveranstaltung der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) und gleichzeitig Fachtagung im Mehrländerprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft.

Download im PDF-Format
Tagungsband "Kosten der Landschaftspflege", Eubabrunn 2008 [PDF]


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